Kreutzersonate

Die Kreutzersonate

- in Wort und Ton -

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„Man sagt, die Musik wirke erhebend auf die Seele. Das ist nicht wahr, das ist Unsinn! Sie wirkt, sie wirkt furchtbar, (…), aber keineswegs erhebend. Sie erhebt die Seele nicht, sie zerrt sie herab, sie stachelt sie auf.“

Selten wurde in solch bitteren Worten über Musik geschrieben wie in der Novelle Die Kreutzersonate von Leo Tolstoi. Der Autor schildert in dem Buch Szenen einer unglücklich verlaufenden Ehe und den Kampf der Geschlechter, prangert die Ehe an als Hort einer kirchlich abgesegneten Sexualität und fordert die Keuschheit als von der Lehre Christi vorgegebenes Ideal. Das Buch löste bei seinem Erscheinen Ende des 19. Jahrhunderts einen Skandal aus und trat – wie von Tolstoi beabsichtigt – eine große Debatte über den Moralkodex der russischen Gesellschaft los.

© Janine Kühn

Der Schauspieler und ausgebildete Opernsänger Stefan Müller-Ruppert spricht Textpassagen aus Tolstois Erzählung. Im Kontext der Musik macht er für die Zuhörer den Wahn der Eifersucht erlebbar, der die Hauptfigur Posdnyschew zu einer unvorstellbaren Tat treibt – den Mord an seiner Ehefrau.

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Auslöser für diesen tödlich endenden Eifersuchtsanfall, den Anfang vom Ende markierend, ist die Kreutzersonate von Ludwig van Beethoven.

Der Geiger Johannes Krampen und die Pianistin Katja Küppers spielen dieses emotional explosive, hochvirtuose Werk, das gerade von dem französischen Geiger Rudolphe Kreutzer, dem die Sonate gewidmet ist, als technisch unspielbar bezeichnet wurde. In ihrer Interpretation legen die beiden Musiker inhaltlich genau, gleichzeitig frisch und extravagant, die Besonderheiten der Komposition offen. Mit der ihnen eigenen Lust am Experiment machen sie sich im Spannungsfeld von Text und Musik auf die Suche nach dem theatralen Moment in der Musik, eben jener Musik, die den Protagonisten der tolstoischen Erzählung in seinem Anfall rasender Eifersucht zum Dolch greifen und morden lässt.

Der musikalisch-literarische Abend spürt den Ursachen dieser Wahnsinnstat nach und berührt dabei Themen, die auch heute noch brandaktuell sind: die Suche nach Liebe, nach dem kleinen, privaten Glück; die Legitimation der Institution Ehe; und die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung für das Glück oder Unglück des einzelnen.

Leo Tolstoi (1828-1910): Die Kreutzersonate

Ludwig van Beethoven (1770-1827): Sonate für Klavier und Violine Nr. 9 A-Dur op. 47 Kreutzersonate

Adagio sostenuto – Presto

Andante con variazioni

Presto

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